Aktion am Welttheatertag

Am 27.März wird der internationaler Theatertag weltweit gefeiert. Ohne Kultur und Kunst in der Corona-Zeit wird es leider aber auch in der Kita still. Daher haben wir diesen Aktionstag dazu genutzt, die Kinder aus Nezabudka 2 zu der Wiederaufnahme ehemals gelungener Theatervorstellung von der PIZZA-Gruppe einzuladen und die Freude am Aufführen mit allen zu teilen.

Das Stück wurde anhand eines großartigen Buches von Jürg Obrist Das Vöglein des Herrn Anderson von Tatjana Bardzilouskaya und Valeria Livshits entwickelt. Es handelt sich darin um ein vierstöckiges Haus, in dem jede Partei rücksichtslos Lärm macht – sei es eine Trommel, ein Dreieck, die Marakassen oder eine Flöte. Da die Nerven der Nachbarn blank liegen, versuchen sie den Lärm des anderen zu übertönen, was selbstverständlich in einen Riesenkrach mündet. Bis plötzlich ein neuer Mieter in das Haus einzieht. Er bringt ein Vöglein mit, das fröhlich piepst und hüpft. Es wird still im Haus. Die Mieter, die zuvor kaum ein Wort miteinander gewechselt hatten, sprechen nun miteinander und sind sich leider einig: Das Gepiepse muss sofort aufhören. Der neue Bewohner fühlt sich bedrängt, da er seinem Vöglein das Singen nicht zu verbieten vermag und er zieht somit wieder aus. Als das gemeinsame „Feind“ wieder verschwindet, geht das ganze Chaos von vorne los. Doch still bei sich kommen die Nachbarn zu der Einsicht, dass es so schön war, als der fremde Mann mit seinem Vöglein noch in diesem Haus wohnte…

Wir haben die zum Nachdenken bringende Originalgeschichte mit einem Happy-End gekrönt: Eines Tages kommt der Herr wieder zurück mit einer Versöhnungsidee. Um dem klingenden Wirrwarr ein Ende zu setzen, stellt er sich vor dem Haus mit den Taktstöcken und … dirigiert die Bewohner als wären sie ein wahrhaftiges Orchester. Zusammengespielt entsteht wunderschöne Musik, die alle vereint.

Das Buch von Jürg Obrist bat viel Raum für die pädagogische Arbeit. Hier wurden u.a. Themen wie Toleranz und Normalität, Akzeptanz und Rücksichtnahme, Ausgrenzung und Anderssein zugespitzt. Auch die musikalische Arbeit an Tempo und Rhythmus brachte ihre Früchte, so dass die Vorschulkinder selbst ein gut klingendes Orchester ausmachen konnten. Die Aufführung eines geräuschvollen Theaterstücks begleitet von Mozarts Rondo alla Turca machte nicht nur den Darstellern und dem kleinen Publikum Spaß, sondern regte auch viele Gesprächsanlasse bei den Kindern an.

Valeria Livshits