Für unsere aus Moldawien stammende Erzieherin Alexandra Nikiforov bedeutet der 1.März nur eins: es ist Zeit märzischor (zu Deutsch Märzchen) zu basteln und an die Familie und Freunde zu verschenken. Denn in Alexandras Heimat genauso wie in Rumänien, Bulgarien und Nord-Mazedonien wird der Frühlingsanfang auf besondere Weise gefeiert: Ein Talisman bestehend aus geflochtenen roten und weißen Faden, Schnüre beziehungsweise künstlichen Blümchen wird an die Kleidungsstücke festgesteckt und so bis zum 31. März getragen. Das Weiße steht für Kälte und Winter und das Rote für das Blut, Wärme und Neuanfang. Es ist insgesamt ein Symbol für Frühling und Hoffnung. Ende März hängt man dann die rot-weißen Talismane an die Fruchtbäume, damit sie mehr Ertrag bringen.

Den schönen alten Brauch heidnischen Ursprungs feiert man seit Jahrtausenden. In Bulgarien heißt das Fest Marteniza und verschenkt werden die kleinen Baba Martas. Eine ähnliche Sitte gibt es auch in Griechenland, mit der unsere Azubi Irini Zioga aufgewaschen ist. In Griechenland trägt man die zusammengeflochtenen weiß-roten Faden als Amulette am Handgelenk.

 

Irini und Alexandra erzählten den Kindern über die Tradition und bastelten mit ihnen zusammen die wunderschönen Talismane aus Wolle.

 

Nicht wenige Kinder bei uns stammen aus Moldawien und Bulgarien. Nun haben auch ihre Spielkameraden in der Kita über das Frühlingsfest märzischor erfahren. Ohne Zweifel wird dieser netter Brauch von universellem kulturellem Wert seinen richtigen Platz bei Nezabudka 1 finden, zumal das Ritual 2017 in die Welterbeliste von UNESCO aufgenommen wurde.

Valeria Livshits