Von Jahr zu Jahr feiert man in Russland das Neujahrsfest. Den Ablauf kennt man auswendig: Schneeflöckchen ringen um die Wette, dann kommt die Snegurotchka, dann vielleicht Bösewichte wie Baba-Yaga, die das Fest hindern will. Ende gut, alles gut, denn Väterchen Frost kommt in seinen Schlitten angefahren, der Tannenbaum erleuchtet sich und die Geschenke werden verteilt.

Langweilig? Sehr, meint unser Väterchen Frost und will was verändern. Er erklärt seiner Enkelin Snegurotchka, dass es in diesem Jahr keine Geschenke für die Kinder geben soll. Schließlich bestellen die meisten Eltern sie sowieso im Internet, von der Lieferung ganz zu schweigen – die Post ist viel schneller als die langsamen Rehe. Und es wäre doch höchste Zeit, frei zu nehmen und Urlaub zu machen. Und so geschieht es. Snegurotchka gibt ihrem Großvater einen Fremdsprachen-Crashkurs und schwuppdiwupp ist Väterchen Frost für die lange Reise in die fernen Länder bestens gewappnet.

Sobald im Flughafen wird er von den hübschen Flugbegleiterinnen von den New-Zabudka Airlines empfangen und im Flug rundum versorgt. Bis er in Tokyo landet. Dort lernt er die Japanische Küche (insbesondere das komische Besteck) und die lustigen Samurai kennen, versucht die Hieroglyphen zu malen und das mit Erfolg! Doch sein nächster Flug fliegt schon nach London ab. Dort erwartet ihn die Queen selbst, um ihn in den festlichen Ball zu begleiten.  Von der britischen Hauptstadt fliegt er weiter nach Paris, wo er die französischen Leckerbissen (Frösche und Schnecken) serviert bekommt, die wohl nicht jeden Gaumen schmeicheln. Etwas enttäuscht reist Väterchen Frost nach Deutschland. Dort wird er vom bayerischen Mädel in Empfang genommen und isst sich endlich mal satt mit den deutschen Schweinebraten, Knödel und Co.

Sein nächster Flug wird auch sein letzter, denn die Maschine notlandet auf einer gottverlassenen Insel, wo nur Robinson Crusoe lebt. Doch auch hier wird Väterchen Frost herzlich willkommen geheißt. Mit Robinson geht der alte Mann fischen, baut ein Boot und… kommt nach langem Reisen wieder nach Hause. Und hier ist alles beim Alten. Geschenke für die Kinder, der Tannenbaum und Schneeflocken. Und es ist auch gut so. Denn es gibt keinen besseren Ort auf der Welt wie Zuhause.

Valeria Livshits